Dachnews
Das Dach der "unbegrenzten Möglichkeiten"
08.12.2009 von Karl-Heinz Krawczyk
Welche Eindeckung für mein Dach?
Wenn es viele Möglichkeiten für eine Lösung gibt, rät der Volksmund: "Da kannst du es machen wie die Dachdecker". Ein Spruch, der seine Begründung hat. Denn für die Eindeckung eines Daches gibt es unzählige Varianten.
Wer vor der Sanierung oder dem Neubau seines Hauses steht, hat gerade bei der Dacheindeckung oft die "Qual der Wahl". Soll die neue Eindeckung des Steildaches mit Betondachsteinen erfolgen oder mit keramischen Dachziegeln? Die Farbe der Eindeckung schreibt meist die örtliche Bauordnung vor. Doch ob die Ziegel-Eindeckung mit "naturbelassenen" oder edelengobierten Ziegeln mit spiegelglatter Oberfläche erfolgen soll, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Ebenso wie die Form des Ziegels: Eine profilierte Oberfläche hat mit ihrem Licht-Schatten-Spiel einen ganz besonderen Reiz. Dagegen vergrößern flache Ziegel die Fläche optisch.
In vielen Regionen kann die Deckung mit Schieferplatten, die zu der ältesten Art der Dachdeckerkunst gehört, eine Alternative zur grauen Ziegel- oder Dachsteindeckung darstellen. Aus dem Schieferdecker des Mittelalters ist übrigens vor rund 800 Jahren der Dachdecker hervorgegangen.
Entscheidend für die Art der Eindeckung kann aber auch die Tragfähigkeit der Unterkonstruktion sein. War das Dach bisher mit Wellplatten eingedeckt und der Dachstuhl ist auf diese relativ geringe Belastung ausgelegt, stehen als moderne Varianten wiederum Wellplatten - auch in Farbe - oder die Eindeckung mit Metall zur Wahl.
Eine ganz andere Art der "Eindeckung" ist im Hightech-Zeitalter möglich: Die klassische Eindeckung wird durch dachintegrierte Solarmodule oder Kollektoren ersetzt. Damit entsteht aus dem ursprünglichen Schutzdach ein Nutzdach, mit dem Strom erzeugt und Warmwasser produziert wird.
Gerade im Flachdachbereich bietet sich - nach Überprüfung der Statik - die Dachbegrünung an. Eine solche Begrünung wirkt als zusätzliche Wärme- und Schalldämmung und bildet einen Ausgleich zur Bodenversiegelung durch die Bebauung. In vielen Kommunen wird eine solche Maßnahme durch reduzierte Beiträge zur Oberflächenentwässerung belohnt. Aber auch ohne die Begrünung gibt es eine Reihe von Möglichkeiten zur Eindeckung. Sie reicht von der Abdichtung mit Bitumenbahnen bis zu modernen Folienabdichtungen. Eine Bekiesung kann die Eindeckung vor UV-Einstrahlung zusätzlich schützen.
"Für alle zur Verfügung stehenden Varianten der Eindeckung gibt es aber nur eine Lösung: Die Eindeckung muss gemäß den Fachregeln des Dachdeckerhandwerks erfolgen", so der wichtige Hinweis des Sprechers des Dachdeckerhandwerks Baden-Württemberg. "Und dass die Aus-führung einschließlich der Wärmedämmung den gesetzlichen Vorgaben der Energieeinspar-Verordnung EnEV 2009 entspricht, muss der ausführende Betrieb mit einer Unternehmererklärung schriftlich bestätigen".
