Dachnews
Schwitzen Sie noch oder wohnen Sie schon?
29.07.2010 06:25 von Karl-Heinz Krawczyk
Vorteile der Wärmedämmung im Sommer
Unter den rekordverdächtigen Temperaturen in diesem Sommer leiden nicht nur Gletscher und Eisberge. Auch wer in einer nicht optimal wärmegedämmten Dachwohnung lebt, bekommt die Hitze zu spüren.
Die Dachflächen sind im Sommer während des ganzen Tages ununterbrochen der Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Ist nur eine mangelhafte Wärmedämmung vorhanden, heizt sich die Innenraumluft im Dachgeschoss enorm auf. Und auch die Dachunterkonstruktion - also der Dachstuhl - speichert Wärme, die nachts abgegeben wird. Von Abkühlung also keine Spur, denn in einer Dachunterkonstruktion sind mehrere Kubikmeter des ausgezeichneten Wärmespeichers Holz verbaut.
Ziel einer optimalen Wärmedämmung ist daher die Vermeidung von Wärmedurchgang durch die Dämmschicht - im Sommer von außen nach innen, im Winter von innen nach außen. Im Gegensatz zu der früher weit verbreiteten Ansicht, dass eine gute Wärmedämmung die Wärme speichern soll, gilt heute: Die optimale Wärmedämmung verhindert den Wärmedurchgang. Allerdings ist jeder Baustoff nur so gut und wirkungsvoll wie seine fachgerechte Verarbeitung. Jeder Fehler, der bei der (oft selbstverlegten) Wärmedämmung "eingebaut" wird, rächt sich durch Wärmebrücken. Und die wiederum sorgen im Sommer für unnötige Aufheizung des Dachraums, im Winter für Schimmelbefall. Die fachgerechte Ausführung der Wärmedämmung - meist in Zusammenhang mit einer Dachsanierung oder größeren Dachreparatur - sollte deshalb ausschließlich dem Handwerker überlassen werden, der für das Dach die entsprechende Kompetenz besitzt: dem Dachdecker. Übrigens schreibt die Energieeinsparverordnung EnEV 2009 auch im Falle von Sanierungen bzw. Reparaturen der Dacheindeckung die Optimierung der Wärmedämmung verbindlich vor.
Eine weitere Wärmequelle im Dachbereich sind Dachfenster. Moderne Dachfenster besitzen neben einer guten Isolierverglasung (UW-Werte von 1,2W/m²K sind keine Seltenheit) entsprechend wärmegedämmte Eindeckrahmen. Grundsätzlich gilt: Je niedriger der Wärmedurchgangskoeffizient (UW-Wert) ist, desto besser die Wärmedämmung. Darüber hinaus sollte ein Dachfenster zusätzlich die Möglichkeit der Beschattung besitzen. Sowohl die Nachrüstung von Beschattungssystemen als auch eine Nachrüstung von Dachfenstern (durch den Austausch mit einem modernen Fenster) sind möglich, sollten allerdings auch dem Dachdecker als Dach-Experten vorbehalten sein, um beste Ergebnisse zu erzielen.
Auch, wenn der Sommer nur wenige Wochen dauert: Im nächsten Sommer klettert das Thermometer wieder und im Winter die Heizkosten, wenn das Dach nicht optimal gedämmt ist.