Dachnews
Winterreifen für das Dach?
01.10.2009 von Karl-Heinz Krawczyk
Das Dach muss auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden
Jeder weiß wohl, dass ein Auto fit für den Winter gemacht werden muss. Schließlich möchte man ja pannen- und unfallfrei durch die kalte Jahreszeit kommen. Weitaus sorgloser gehen da viele Hausbesitzer mit ihrem Dach um. Und das, obwohl es als wichtigstes Bauteil des Hauses das gesamte Gebäude und sein Interieur zuverlässig schützen soll.
Bei einem DachCheck im Herbst wird besonderer Wert auf die schadensfreie und lückenlose Eindeckung sowie auf den Zustand der ungehinderten Wasserableitung von Niederschlags- und Schmelzwasser gelegt. Für den Laien ist der einwandfreie Zustand des Daches nicht ohne Weiteres erkennbar. Dem erfahrenen Dachdecker allerdings genügt oft ein Blick, um Schwachstellen zu erkennen. Ob es die beim letzten Unwetter gelockerten Ziegel und Pfannen oder vermooste Eindeckrahmen von Dachfenstern sind: Kleine Ursachen können große Wirkung zeigen.
So kann eine Behinderung der Schmelzwasserableitung zu einem Wasserrückstau führen, der die äußere Dachhaut durchdringt. Und bereits eine strenge Frostnacht genügt zur Bildung von so genannten Eisbarrieren. Diese können durch weitere Niederschläge enorm anwachsen und erhebliche Schäden anrichten, wenn sie durch ihr hohes Eigengewicht abrutschen.
In vielen Bauordnungen sind Schneefangsysteme vorgeschrieben. Auch ihre einwandfreie Funktionstüchtigkeit wird beim DachCheck überprüft.
Der DachCheck ist jedoch nur eine erste Bestandsaufnahme. Weitaus sicherer kann sich jeder Hausbesitzer und jede Hausverwaltung fühlen, wenn das Dach im Rahmen eines Wartungsvertrags, dessen Inhalte und Umfang individuell mit dem Dachdecker-Innungsbetrieb vereinbart werden, regelmäßig begutachtet wird. Eine solche Dachwartung durch Fachbetriebe ist seit Jahren durch zahlreiche Gerichtsurteile sogar vorgeschrieben, um sich vor Regressansprüchen Dritter zu schützen. Auch können Gebäudeversicherungen im Schadensfall den Nachweis einer solchen Wartung fordern, um erst dann über die Schadensregulierung zu entscheiden.
Gewarnt wird allerdings vor spontanen "Dachwartungs-Angeboten" an der Haustüre. Immer wieder versuchen organisierte Drückerkolonnen, gutgläubige Hausbesitzer mit solchen z. T. kostenlosen DachChecks finanziell zu schädigen. Denn das Ziel einer solchen unseriösen Dach-Überprüfung wird stets sein, dem Hausbesitzer eine meist unnötige Komplettsanierung seines Daches zu verkaufen.
